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Kropf gliederte die Billendorfer Kultur chronologisch in drei Stufen und stützte diese Gliederung anhand
geschlossener Grabfunde. Mit Hilfe typologischer Merkmale von Gefäßen arbeitete Kropf eine Früh-, eine Haupt-
und eine Endstufe heraus, wobei die von Kropf beschriebene Endstufe dem von W. Frenzel definierten Bautzner
Typus entspricht. Als eines der Hauptkennzeichen sieht auch Kropf die Wulstleistengefäße mit gerautem Unterteil
und deren verwandte Formen.
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Auch sollen doppelkonische und eiförmige Töpfe, die oftmals mit wulstig abstehenden Henkeln versehen sind,
der Endstufe zuzurechnen sein. Jedoch treten solche Gefäßformen nicht nur im Billendorfer Bereich auf,
sondern sie finden sich ebenfalls bei den Westgermanen (Jastorfer Kultur) und den Frühgermanen (Pommersche Kultur).
Die hohen doppelkonischen Gefäße stehen nach Kropf am Ende der typologischen Entwicklung der Billendorfer Keramik.
(J. Kaiser, Das prähistorische Gräberfeld von Niederkaina bei Bautzen. Band 7. Landesamt für Archäologie.
(Dresden 2003) S.20-21)
Als Urnen wurden fast ausschließlich die topfartigen Großgefäße genutzt. Es hat den Anschein, dass in der
Endstufe der Billendorfer Kultur Beigefäße in den Gräbern nur in geringem Umfang, oder gar nicht vorkommen,
wobei es sich bei den vorhandenen Gefäßformen ausschließlich um „Kleinformen“ handelt. Neben ihrer geringen
Größe weisen sie eine unregelmäßig gestaltete und plumpe Form auf. Ebenfalls haben sich die Proportionen der
einzelnen Gefäßteile verschoben. Verzierungen tauchen an den Gefäßen so gut wie gar nicht auf. Ihr
Erscheinungsbild ist eher rau und körnig ohne jegliche Glättung.
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Als besonders wandlungsfähig in ihrem typologischen Erscheinungsbild bezeichnet Kropf die Spitzkännchen und
Ofenmodelle. Die spätesten Spitzkännchen weisen überproportionierte Henkel auf, während der Hals meist kurz
und erweitert ist. Das Unterteil ist spitz oder auch rundlich, sowie mit warzenförmiger Knubbe versehen.
Bei den Ofenmodellen stehen am Ende der Entwicklungsreihe eher spulenförmige Teile, wobei Ober- und Unterteil
schälchen- oder scheibenförmig auftreten können.
(J. Kaiser, Das prähistorische Gräberfeld von Niederkaina bei Bautzen. Band 7. Landesamt für Archäologie.
(Dresden 2003) S.21)
Ende der 1970er Jahre verfasste Dietmar – W. Buck das zweite größere Werk zur Billendorfer Kultur, welches noch
heute als Standartwerk zur Billendorfer Kultur gilt.
Buck beschäftigte sich in der Hauptsache mit dem Fundmaterial aus Brandenburg, jedoch berücksichtigte er bei
seiner Arbeit auch Funde aus Sachsen, Sachsen – Anhalt und Polen.
Zwar bildeten Gräberfelder die stärkste Fundgattung und dienten als Grundlage der Bearbeitung, doch wurden nun
auch Siedlungen stärker behandelt. Nicht nur die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden beleuchtet, sondern es
rückten auch die Wirtschaftsweise, die geistige Kultur und die Beziehungen zu benachbarten Kulturen ins Blickfeld.
Im Gegensatz zu Kropf stellte Buck zwei große Zeitstufen heraus, die er auch in Siedlungen, sowie als
Hortfundhorizonte nachweisen konnte. Buck versuchte mit Hilfe der Gräberfelder, die ältere Phase der Billendorfer
Kultur in drei (I a – c bzw. V a – c) und die jüngere in zwei Unterstufen (II a – b bzw. VI a – b) zu gliedern.
Jedoch bezog er sich bei seiner Gliederung hauptsächlich auf Funde aus Brandenburg, was ein wenig differenziertes
Ergebnis zur Folge hat.
Das Ende der Billendorfer Kultur sah Buck vor dem Hintergrund umfangreicher Veränderungen in Mitteleuropa an der
Wende von Ha D1 zu D2. Im Verlauf dieser Entwicklungen war es zum Niedergang bestehender Kulturen gekommen,
sowie zu kulturellen Umgruppierungen und zur Entstehung neuer Kulturen.
(J. Kaiser, Das prähistorische Gräberfeld von Niederkaina bei Bautzen. Band 7. Landesamt für Archäologie.
(Dresden 2003) S.24-27)
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