Machu Picchu

Machu Picchu, die Stadt, die in den Wolken liegt, verdankt ihren Reiz der außergewöhnlichen Lage, zwischen den Gipfeln der Anden.

Weit über vier Jahrhunderte hatte man Machu Picchu vergessen, bis es 1911 - eher zufällig - wiederentdeckt wurde. Hiram Bingham, ein US-amerikanischer Archäologe, befand sich auf der Suche nach Vilcabamba, der angeblich letzten Inka-Stadt, als er am 24. Juli auf die Ruinen von Machu Picchu stieß.

Ungefähr 112km nordwestlich von Cuzco im peruanischen Andenhochland, liegt Machu Picchu in einer Höhe von 2450m, genau zwischen den Berggipfeln des Huayna Picchu ("Junger Gipfel") und des Machu Picchu ("alter Gipfel").

Obwohl heute von den Wissenschaftlern angenommen wird, daß Machu Picchu eine von den Inka erbaute Stadt war, berichten die Inka selber, daß sie diese Stadt bereits vorfanden, als sie in diese Gegend kamen.
Über die eigentlichen Erbauer wußten auch sie nichts, denn als die Inka Machu Picchu das erste mal betraten, soll es bereits eine Ruine gewesen sein.
Doch trotz dieser Erzählungen und Legenden der Inka kann man davon ausgehen, daß Machu Picchu eine Inka-Stadt war.

Diese Annahme beruht auch auf Funden, die man in Machu Picchu machte und die eindeutig den Inka zugeschrieben werden können.

Da Machu Picchu für die Inka ein heiliger Ort war und auch bis heute geblieben ist, lassen sich diese Funde auch anders erklären: Wahrscheinlich sind sie erst später dort hingelangt, als eben die Inka die Ruinen von Machu Picchu benutzten.

Warum die Stadt jedoch an dieser unzugänglichen Stelle erbaut wurde, ist heute ebenso unbekannt wie der eigentliche Name, den die Inka dieser Stadt gaben - und natürlich auch der Name, den Machu Picchu von seinen eigentlichen Erbauern erhielt.

Da die Stadt wie eine uneinnehmbare Festung angelegt ist, wurde sie lange Zeit, fälschlicherweise, für die letzte Zufluchtsstätte der Inkas - Vilcabamba - gehalten, in die sie flüchteten nachdem Pizarro 1536 Cusco einnahm.

Über den eigentlichen Zweck dieser Anlage gibt es verschiedene Theorien.
Da man weitaus mehr weibliche als männliche Skelette gefunden hat, welche allesamt aus der Inkazeit stammen, vermutete man, daß es vielleicht eine Art Aclla Huasi, also ein "Haus der auserwählten Frauen" gewesen sein könnte. Doch neuere Studien haben ergeben, daß Machu Picchu vermutlich auch als astronomisches Zentrum genutzt wurde.

Die Architektur von Machu Picchu ist den topographischen Gegebenheiten geschickt angepaßt. Ungefähr 200 Gebäude wurden auf den weitläufigen Terassen gebaut. Diese Terassen wurden parallel errichtet und ordnen sich um einen zentralen Platz herum an.

Vermutlich wurde ein Teil der Stadt als Wohnstätte benutzt, während der andere Teil von Machu Picchu religiösen und zeremoniellen Zwecken diente.

Im sogenannten Zeremonialbezirk, der sich im Westteil der Stadt befindet, steht auch El Torreón, ein massiver Rundturm von dem man annimmt, das er für astronomische Beobachtungen genutzt wurde.
Aber auch der Haupttempel befindet sich in diesem Bezirk, ebenso wie der "Tempel der drei Fenster" und der Intihuatana, der "Tempel der Sonne".

Die Wohnviertel waren lang und schmal gehalten, was es ermöglichte den Platz auf den einzelnen Terassen optimal auszunutzen.
Sogar Straßen, Treppen und kleine Plätze finden sich auf diesen Terassen.
Und natürlich verfügte Machu Picchu über ein hervorragendes Wasserversorgungssystem.

Doch wie bei so vielen anderen Zeugnissen einer untergegangenen Kultur, wird sich auch die wirkliche Geschichte von Machu Picchu heute nur noch schwer aufklären lassen.
Es sei denn, man findet vielleicht doch noch Hinweise, die eine neue Betrachtung dieser unglaublichen Stadt veranlassen.